Schrift verkleinernwir über unsImpressum
Naturfreunde Mörfelden-Walldorf
brisante Themen

Kleiner historischer Kommentar zum Mythos vom Geld

Die Privatbanken

Würden die Menschen den Wucherern
gegenüber verstummen, so würden die
Steine weinen, wenn sie könnten.“

Wilhelm von Auxerre (gest. 1231)

Die ersten Depositenbanken wurden Anfang des 13. Jahrhunderts im spanischen Katalonien gegründet, etwa zur gleichen Zeit wie die Casa die San Giorgio in Genua. Die Aufgabe der Depositinbanken bestand im allgmeinen in der sicheren Verwahrung der Einlagen und der Ausführung von Überweisungen, nicht aber im Geldverleih. In Katalonien hingegen lieh sich die Krone beträchtliche Summen von jüdischen Geldverleihern und den Templern aus. Im Jahre 1251 wurden hier das römische und gotische Recht sowie die kirchlichen Dekretalien für ungültig erklärt .
Diese Banken waren Privatunternehmen. Wie den Bankgesetzen von 1300/1301 zu entnehmen ist, wurde ihnen das Leben schwer gemacht.: „ Kein Geldwechsler, der scheitern könnte, und keiner, der kürzlich oder in der Vergangenheit gescheitert ist, soll jemals wieder eine Bank führen oder ein Amt unter der Krone begleiten können.“ Und weiter.:“Bis er alle Forde-rungen erfüllt hat, soll er bei Wasser und Brot festgehalten werden.“ Dieses Gesetz wurde 1321 durch den folgenden Anhang ergänzt.:“Wird keine derartige Vereinbarung getroffen, soll der besagte Geldwechsler bankrott erklärt werden und vom Ausrufer an allen Orten seines Scheiterns und in ganz Katalonien öffentlich bloßgestellt werden. Er soll enthauptet werden, und sein Besitz soll zu Gunsten seiner Gläubiger vom Gericht veräussert werden. (...) Weder wir noch der höchste gesetzliche Erbe, noch unsere Nachkommen dürfen den Geldwechslern vergeben, die gescheitert sind und auch künftig scheitern könnten.“ In Erfüllung dieser Geset-ze wurde 1360 ein Geldwechsler namens Castello vor seiner Bank enthauptet .


Ernst Knöß