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Fotovoltarikanlage
Photovoltaikanlage
Nennleistung 6,05 kWp *** Jahresertrag 5.366 kWh *** 5.065 kg CO2 Ersparnis p. a.
Erste Überlegungen zur Umstellung von Strom konventioneller Art auf Ökostrom wurden in unserer Ortsgruppe bereits im Herbst 2001 angestellt1. Der Tagesordnungspunkt findet sich anschließend regelmäßig in den Protokollen der Vorstandssitzungen der Ortsgruppe. Die Diskussion dazu wird beeinflusst von folgenden Faktoren:
Ohne auf den Vertrag in allen Einzelheiten einzugehen beinhaltet derselbe, dass im Falle der Abnahme von 80.000 kWh Natur Pur Strom im Jahr eine 5 kWp Anlage seitens der HEAG kostenfrei erstellt würde. In unserem speziellen Fall ist es so, dass wir diese Voraussetzungen gerade erfüllen. Somit wäre unsere Solaranlage in der oben genannten Größe kostenfrei erstellt worden. Dies bringt eine geschätzte Leistung von 4.435 kWh Solarstrom p. a. und somit etwa 4.187 kg CO2 Ersparnis p. a.. Die 80.000 kWh Umstellung von Normalstrom auf Natur Pur Premium Strom (das ist die höchste ökologische Qualitätsstufe der HEAG) erbringen nach Angaben des Stromerzeugers HEAG etwa 49.040 kg CO2 Ersparnis pro Jahr3. Wenn man bedenkt welche Kritik es zum Beispiel an dem im Premium Bereich befindlichen Windkraftwerken gibt (unseriöse Finanzierungen bei denen viele Anleger ihr eingesetztes Kapital verloren haben, Verhältnis Aufwand der Erstellung einer solchen Anlage zum Ertrag an Strom, Lärmbelästigungen usw.) aber auch an anderen Anlagen in diesem Bereich sind Zweifel angebracht ob der so gelobte Ökostrom seitens der Stromerzeugerkonzerne wirklich das hält was er dem Kunden an Umweltverträglichkeit verspricht. Bei einer selbstgeschaffenen Solarstromanlage gibt es diese Zweifel nicht. Ohne im einzelnen auf die Berechnungen einzugehen ist es jedenfalls so, dass wir zum damaligen Zeitpunkt 4.649,-- Euro p. a. zusätzliche Stromkosten gehabt hätten bei der Umstellung von Normal- auf Ökostrom der Premium-Klasse4. Für unseren Fall hätte das bedeutet, dass wir die Übernachtungspreise um 0,50 Euro (5 %) pro Übernachtung und die Preise für einen Wochenendplatz unserer Camper um 2,-- Euro (7 %) monatlich hätten anheben müssen. Das sind deftige Steigerungen für kleine Leute. Jedenfalls konnte uns niemand sagen, wie wir das hätten ausgleichen sollen. Das Stromunternehmen seinerseits ist in der Lage durch die Umstellung von Normalstrom auf Ökostrom eine Preissteigerung von 13,97 ct. pro kWh auf 19,79 ct. pro kWh oder 41,66 % durchzusetzen und kassiert außerdem noch den echten Ökostrom der dann installierten Solaranlage für den sie kein Entgeld gemäß dem EEG5 zahlen muss. (Kalkulation nach Preisstand vom 01. Januar 2002). Nebenbei gehört die Anlage der HEAG trotz des teuren Stroms auch nach 20 Jahren, der kalkulierten Betriebszeit des Vertrages, das bedeutet, dass die Naturfreunde niemals Eigner der Anlage werden, die ja sehr viel länger betriebsfähig ist. Abgesehen davon würden auch alle eventuell erreichbaren Umweltzertifikate der HEAG gehören ohne Gegenleistung für uns versteht sich. In unserem speziellen Fall wurde die später installierte Anlage nicht auf dem Dach des Naturfreundehauses errichtet, weil die geographische Ausrichtung ungünstig und zudem ein sehr hoch gewachsener Baumbestand (Schattenwurf) vorhanden ist. Somit haben wir uns entschlossen, die Anlage auf dem Dach der Toilettenanlage unseres Campingplatzes zu installieren, die nahezu optimal ausgerichtet und nirgends beschattet ist. Am 26. Juni 2003 wurde eine Informationsveranstaltung mit der Natur Pur AG (HEAG) und zwei ihrer Mitarbeiter durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass der Stromerzeuger die Anlage gar nicht selbst erstellt, sondern vielmehr von anderen Unternehmen erbauen lässt. Auf Rückfrage wurde die Firma Willenbring genannt, die zufällig in Mörfelden-Walldorf ansässig ist. Selbstverständlich ist diese auch mit den Wartungsaufgaben bedacht, die ebenfalls ausgelagert sind. Die Firma HEAG war nicht bereit den Vertrag dahingehend abzuändern, dass die zu erstellende Anlage nach 20 Jahren in das Eigentum unserer Ortsgruppe übergeht6. Am 27 Juni 2003 wurde mit der Firma Willenbring zwecks Direkterstellung der Anlage verhandelt. Für deren Angebot wir uns später auch entschieden. Im Nachhinein kann man feststellen, dass wir hier in der Planungs- und in der Bauphase ausgezeichnet betreut wurden. Der Bau der Anlage verzögerte sich aber noch aus anderen Gründen. Zur gleichen Zeit haben wir einen neuen Pächter für unser Haus gesucht, mit dem vor allem auch der ins Auge gefasste Umbau gemeinsam geplant und durchgeführt werden sollte der praktisch eine totale Umänderung des gesamten Gebäudes beinhaltet. Außerdem war bekannt geworden, dass das EEG verändert wird. Es hat sich gelohnt diese Änderung, die wesentlich verbesserte Förderbedingungen, sprich höhere Einspeisevergütungen mit sich brachte, abzuwarten. Unsere Ortsgruppe bildet seit einigen Jahren Rückstellungen wegen des oben erwähnten geplanten Umbau des Hauses. Somit ergab sich die Überlegung, wie die Rechnung aussieht, wenn die Photovoltaikanlage aus Eigenkapital erstellt wird. An Hand der nunmehr vorliegenden Angebote, Prognoserechnungen und umfangreichen Datenmaterials wurden von mir dementsprechende Berechnungen angestellt. In der Folgezeit wurde noch eine Vorstandsitzung im Beisein unseres Landesvorsitzenden Jürgen Lamprecht durchgeführt. Hier wurde der von uns mittlerweile vertretene abweichende Standpunkt zum Vertrag des Landesverbandes (s. o.) erläutert. Danach wurde der Jahreswechsel 2004 abgewartet. Die Gesetzesneuerungen traten dann allerdings erst im Sommer in Kraft, weil die Regierung den geplanten Zeitrahmen der Inkraftsetzung des Gesetzes nicht einhielt. Als nächstes nahm ich Verhandlungen mit den ortsansässigen Banken auf um ein Finanzierungsangebot mit KfW (sprich Fördermitteln) zu erwirken. Dies erwies sich als sehr zeitaufwändig und scheiterte schließlich am Unvermögen der Banken die weder in der Lage waren unsere Unternehmensstruktur zu beurteilen (zwei Vereine bestehend aus Naturfreunde Ortsgruppe und einem Hausbewirtschaftungsverein) noch eine vernünftige Eigenkapitalanalyse zu erstellen7. Mittlerweile hatten wir den 6. Juli 2004. Damit wurde von uns endgültig der Weg über den Eigenkapitaleinsatz beschritten. Bereits angelegte Gelder wurden beliehen8. Die Finanzierung selbst wurde innerhalb einer Woche im Juli 2004 abgewickelt. Die Anlage wurde in den Folgewochen gebaut und ging am 29. Juli 2004 ans Netz. Gleichzeitig fanden die vertraglichen Regelungen bezüglich des Einspeisevertrages mit der HEAG statt, sowie die Festlegung des Abrechnungsmodus. Auf Grund der gemachten Berechnungen, kann gesagt werden, dass der Weg einer Finanzierung vermittels eigener Mittel (sofern vorhanden) in jedem Fall zu bevorzugen ist. Die Flexibilität, das Selbstbestimmungsrecht, eigener Gestaltungsspielraum und der wesentlich kürzere zeitliche Rahmen sprechen alleine schon eine deutliche Sprache. Hinzu kommen weitere, wie ich finde gewichtige Vorzüge.:
Abschließend kann gesagt werden, dass die mittlerweile vorliegenden Produktionszahlen die Berechnungen bestätigen.
Ernst Knöß (Diplomvolkswirt)
Tabellarischer Überblick
1 Protokoll der Vorstandssitzung HBV (Hausbetreuungsverein Naturfreunde Mörfelden-Walldorf) vom 29. 11. 2001 2 Das Stromunternehmen hat in der Zwischenzeit mehrfach die Unternehmensform und Struktur sowie den Namen gewechselt von HEAG, ENTEGA zu HSE. Dem Grunde nach hatten wir es immer mit den inhaltlich gleichen Fakten zu tun, so dass die Unternehmensform für unsere Entscheidungen vor Ort keine Rolle spielte. Ich nehme im Text immer den ursprünglichen Namen HEAG (Hessische Elektrizitäts AG) um Verwirrungen zu vermeiden. 3 Reiner Solarstrom erbringt pro 1000 kWh 944 kg CO2-Ersparnis. Umstellungsstrom auf höchste Reinheitsklasse etwa 613 kg CO2-Ersparnis. Die Angaben wurden aus den Berechnungsgrundlagen der HEAG ermittelt. 4 Nach heutigen Preisen (29. 05. 2005) sind es bereits 9.648,00 Euro, also mehr als das Doppelte. 5 EEG Energieeinspeisungsgesetz 6 Abgesehen von dem Wechselrichter, ein Verschleißteil, läuft so eine Anlage unter normalen Bedingungen ohne weiteres 60 Jahre und länger. 7 Zu diesem Zeitpunkt hatte die Firma Willenbring auf Grund der eigenen internen Kenntnisse und der früheren Zusammenarbeit mit uns, bereits das gesamte Material geordert!! 8 Näherer Auskünfte über den genauen Ablauf der Finanzierung kann ich jederzeit erteilen. Die Verhandlungen mit den Banken wurden geführt, um zu sehen ob der Einsatz öffentlicher Fördermittel günstig ist und somit das Eigenkapital geschont werden kann. Wie die Berechnungen zeigen ist der Einsatz eigener Mittel in jedem Falle zu bevorzugen. Von der Unbeweglichkeit und Inkompetenz der Geldhäuser und des erheblichen bürokratischen Aufwandes gar nicht zu reden. 9 Hierfür von dieser Stelle aus recht herzlichen Dank an die Stadt Mörfelden-Walldorf für ihren Einsatz zur Förderung umweltfreundlicher Energien, ebenso für die unbürokratische Antragsbearbeitung.
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